Archive for the ‘Interactive Narration’ Category

In relation to the exhibition with paintings by Sandro Botticelli in Frankfurt/Main a german television website presents an interactive guide through the secrets of Botticelli’s paintings.

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Ich kenne mich weder mit Malerei oder Botticelli besonders gut aus, noch habe ich vor, diese Austellung zu besuchen. Trotzdem sehe ich Anlass, auf diese Seite hinzuweisen, die prominent bei tagesschau.de verlinkt wurde.

Es gab im öffentlich-rechtlichen Fernsehen früher die wunderbare Sendung 1000 Meisterwerke, in der in 10 Minuten jeweils ein bedeutendes Gemälde vorgeführt und dessen Besonderheit erläutert wurde. Dabei sah man nur das eine Gemälde in seinen Details, dazu ein Off-Kommentar. Ich habe die Sendung leider nur ein-, zweimal gesehen, aber sie hinterließ einen bleibenden starken Eindruck. Die formale Reduziertheit, der nüchterne aber eindringliche Kommentar und das Gefühl, etwas “Außerordentliches” zu erfahren, sind vielleicht der Grund. So richtig gutes Fernsehen mit erfülltem Bildungsauftrag.

Das Projekt zur Botticelli-Ausstellung erinnert mich daran. Nur überzeugt mich die Umsetzung leider nicht.  Zu Beginn werden vier Männer vorgestellt, die aus unterschiedlicher Sicht (Museumsdirektor, Kurator, Restaurator, Kunsthistoriker) auf ausgewählte Arbeiten Botticellis blicken werden. Dazu treten die Herren in eine Art virtuelle Galerie. Jeder von ihnen sagt dann sowas wie “Wenn sie… erfahren wollen… dann klicken sie hier”. Und das sagt schon sehr viel über diese Seite. Sie wendet sich in ihrer Aufmachung und Anmutung definitiv an ein “älteres” Publikum, dem man meint, die Sache mit der Interaktion immer wieder erklären zu müssen. Mir als jungem Menschen stößt das unangenehm auf, bekomme ich doch damit gleich den Eindruck vermittelt, das sei nichts für mich. Dies wäre ja aber eigentlich noch nicht schlimm, aber im weiteren Verlauf wird das Gefühl von Staub und Muff und Provinzalität (Stichwort: Rentnerfernsehen) noch verstärkt. Die Sprache der Herren, ihre Erscheinung… die vier Herren fühlen sich offensichtlich in ihrer Rolle nicht wohl. Wie gute Ausstellungsführer schildern sie Anekdoten und Wissenswertes, aber sie wirken sehr unlocker dabei, was wohl an dem für sie ungewohnten Acting für die Kamera, die hier ein starres Korsett vorgibt, liegt. Auftritt, Abtritt, ganzer Körper, Hand betont “lässig” in der Anzughose… Das sieht so gezwiungen aus und lenkt mich nur von den Inhalten ab. Warum soll ich diese vier Herren sehen wollen? Und warum sind scheinbar nur Männer befugt, über “Das Rätsel Frau” bei Botticelli zu sprechen? Langweilig.

Das Themenspektrum ist zwar spannend. Die Idee, den Zuschauer selbst entscheiden zu lassen, welche Information ihn am ehesten anspricht (ich will hier nicht von interaktion sprechen) und diese Informationen mit Sprechkommentaren zu übermitteln und anzureichern, finde ich grundsätzlich gut. Aber mir scheint, dass die bewegten Bilder (der vier Herren) überflüssig sind und die Ideengeber über das Ziel hinausgeschossen haben. Bewegte Bilder um jeden Preis brauch ich nicht. Ich befürchte, dass der Trend “Hauptsache Video” ähnlich groteske Züge annimmt, wie seinerzeit die unsinnigen Flash-Intros vor jeder Webseite.

Auf der Seite des Städel-Museums finden sich zwei viel aussagekräftigere “echte Filme” über die Ausstellung (die man leider nicht embedden kann). Darin wird der Ausstellungsraum deutlich und die komplexen Zusammenhänge zwischen den Bildern, also auch die kuratorische Idee des Ganzen wird deutlicher. (Wer übrigens doch zu der Ausstellung gehen kann/will: auf der Seite kann man auch Audioguide-Dateien zu einigen Bildern als .mp3 herunterladen, auf den iPod ziehen, los gehts…)

Zum Schluss noch: Neuerdings müssen die Webseiten-Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ja zwingend “sendungsbezogen” sein. Die Sendung zu der Ausstellung hab ich bisher allerdings nicht gefunden… Auch verstehe ich nicht, wieso über diese Ausstellung nur die Ausstellungsmacher zu Wort kommen. Ein “unabhängiger” öffentlicher Sender sollte doch in der Lage sein, auch analytisch und vielleicht sogar kritisch über die Ausstellung zu reden. So sieht es nach städtischer Klüngelei aus, die einzig dazu dient, die Eventmaschine Kunstausstellung für alle gewinnbringend anzukurbeln. Mit einer fetten crossmedialen Berichterstattung, yeah. Schade.

Oder seh nur ich das so?

HBO aired a new project on the net and in public locations some days ago, following the HBO Voyeur project, experimenting with new forms of storytelling. It’s called HBO Cube and introduces a cubic 4screen interface and a quite deep level of interactive narration.

Nach spontaner Begeisterung folgte baldige Ernüchterung, da die interaktive Geschichte die Probleme des Genres leider nicht lösen kann. Dazu ein paar Gedanken:

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4Screen-Cube:
Auf einen Quader werden 4 Kameraperspektiven projeziert, nur wenn man ununterbrochen die Perspektive wechselt, erhält man alle Informationen. Mich hat verblüfft, wie schnell man desorientiert ist. Zum einen kann man sich nur sehr schwer im “Filmraum” orientieren, zum anderen kann man die Tonquellen nicht orten, man weiß die meiste Zeit nicht, wer spricht. Hier werden die Nachteile von Multichannel-Geschichten wieder einmal deutlich: Die verschiedenen Darstellungen derselben Geschichte verwirren den Zuschauer mehr als das sie die Geschischte bereichern, die Empathie gegenüber koherenten Filmgeschichten ist als äußerst gering zu betrachten.

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Strukturmodelle interaktiver Narration:
Die Komplexität der Narration ist recht hoch, hier muss man den Machern auf jeden Fall ein Kompliment für Ihren Experimentiermut aussprechen. Allerdrdings ist auch diese interaktive Geschichte eine Paradebeispiel für das Scheitern der Erzählform. Dem Zuschauer werden zwei Darstellungsoptionen angeboten. Zum einen eine Art dreidimensionale Wolke/Netz, in dem die Szenen frei im Raum angeordnet sind, durch Verbindungslinien werden Zusammenhänge angezeigt. Diese Dastellungsform ist vollkommen unübersichtlich, man kan sich überhaupt nicht orientieren. Die zweite Darstellungsform kommt mit einer Dimension weniger aus und zeigt uns die Zusammenhänge der einzelnen Elemente in einem zweidimensionalenStrukturmodell, in dieser Variante findet man sich besser zurecht. Wenn man sich durch die Geschichte navigiert, wird das Hauptproblem schnell deutlich: Die Verbidungen der einzelnen Elemente erscheinen willkürlich, sie sind zwar grob nach Charakteren geordnet, aber auf der großen Skalierung versteht man weder die Zusammenhänge noch die Motivationen der Protagonisten. Mir blieb auch nach Betrachtung aller Story-Elemente verborgen, worum es in der Geschichte geht?! Noch schlimmer, ganze Erzählstränge schienen mir vollkommen isoliert.

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Die Geschichte versucht Spannung durch Ihren Rätselcharakter aufzubauen. Man muss alle Indizien sammeln, alle Puzzleteile zusammensetzen, um der Geschichte auf die Spur zu kommen. In meinen Augen ensteht dadurch aber zu wenig Suspense und Empathie. Die Motivationen der Charaktere bleiben einfach zu vage, um größeres Involvement zu erzeugen.

Link by Frerk via Face-to-Face Communication.

As I’m preparing myself for a symposium on digital storytelling and online video at the ZHdK Zürich i’d like to collect some thoughts on that subject here.

Ein Projekt das mich in letzter Zeit extrem begeister hat ist Philips Carousel. Es ist nicht nur visuell beeindruckend, sondern arbeitet auch mit einer simplen, aber äußerst einnehmenden Form der Interaktion. Der Werbefilm lässt sich an mehreren Stellen der Timeline unterbrechen, bzw. “aufklappen”, wird angehalten und ein Mitglied der Filmcrew (z.B. Kameramann oder Visual Effects Supervisor) betreten das Set und erklären etwas über die Machart des Films.

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Carousel ist ein gutes Beispiel für eine Form von “Enriched Storytelling”, wie ich es nennen würde. Als ich vor drei Jahren begann, mich mit interaktiver Narration zu beschäftigen, habe ich mir diese als komplexe Struktur aus verzweigten Erzählsträngen vorgestellt, in der verschiedene Versionen einer Geschichte vom Zuschauer beschritten werden können. Bis heute habe ich kein einziges Werk gesehen, dass solch ein interaktives Strukturmodell auf überzeugende Art und Weise ausbreitet. Die meisten interaktiven Geschichten sind unterkomplex und erzählen nur wenige Erzählstränge, die für den Zuschauer vorraussehbar und somit langweilig sind. Versucht man jedoch, viele verschiedene Erzählstränge zu entwickeln, geht das auf Kosten der Kontrolle über die Narration. Geschichten sind nämlich dann erfolgreich, wenn Sie durch Dramaturgie und Erzählrhytmus Spannungsbögen aufbauen. Gibt man dem Leser/Zuschauer jedoch viele Abzweigungsmöglichkeiten, wirken die PlotPoints wiilkürlich und austauschbar, der Autor verliert die Kontrolle über die Geschichte.

See the Making of:

Eine radikale Reduzierung der interaktiven Momente wie in Carousel halte ich für eine praktikablere Lösung, die noch viel Entwicklungspotential hat. Einziges Interaktiosmoment ist hier die Unterbrechung der Narration. Anstatt verschiedene mögliche Geschichten zu erzählen, bietet man zu der Geschichte zusätzliche Informationen, einen Mehrwert sozusagen. Dieses Konzept ist natürlich nicht neu (man denke an Bonus-Material auf Film-DVDs), die Projekte aus dem Bereich Multimedia-Storytelling, die ich hier vorgestellt habe, gehen in diese Richtung. Ich denke, wenn man die Vernetzungspotentiale des Internets nutzt, werden sich in Zukunft weitere intelligente Formen eines “enriched Storytellings” auftun.

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Eine interessante Zusammenstellung von Arbeiten aus diesem Bereich findet man auf Interactive Narratives.

Nils is waiting… you can watch him live… and communicate with him… while he is still waiting…for the new german IKEA catalogue. Very nice integration of fullscreen flash website, live video streams, twitter and old-fashioned phonecalls by german agency Nordpol.

Nice Video-Campaign for Samsung Mobiles.

At the of each youTube Video you get to choose what the main character should do next. Every decision leads to a different storytwist (= new youTube Video).

Landvermesser.tv - a GPS-based literature project on the net and on the streets of Berlin”

The project accompanies writers, which show places in Berlin, where there novels take place. Well, that’s definitely a nice idea. I was curious, how the assembly of text and image, of the two contradictory mediums, would work. Although it was quite interesting to listen to the little anecdotes about Berlin (especially as I’m living in the city myself), something was missing… After watching three of the pieces, it struck me: there was no connection between the literary texts and the places. While the texts had atmosphere and mystery the pictures where shouting at me with digital/colorful reality, no staging at all.

Thanks to Mirko for the tip.

Republica 08 is already over for some days but I’d like to point a interesting panel out to you guys. The panel was entitled “The same production as every year - Media Aid 2.x”. The speakers introduced some interesting programs and gave some remarks on how to apply.

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The MEDIA program of the European Union has a budget for interactive projects. Depending on your project you can get up to 100k €.

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Local Aid institutions like The Medienboard Berlin-Brandenburg have programs for digital content, too. As their program is in a test run right now, you won’t find any information on their website about it. If you’re interested in the program you can contact the responsible referent Rangeen Kathrina Horami.

I left the panel with hybrid feelings. The idea of gonvernmental aid for interactive content sounds very compelling in the first moment. One important aspects of the issue cool down my enthusiam. First, those programs are always an economic aid, not a cultural aid. Therefore, every submitted project needs a business plan. But would’nt it be great to develop new ways of interactive storytelling without economical bonds? I give you an example: The new webisode genre is desperately searching for new ways of financiation. Right now, product placement seems to be the most profitable method but it’s restricting narration heavily if you have to show a sponsor’s car quite often. Would’nt it be nice to experiment with interactive storytelling to push the boundaries of the genre? Therefore, a cultureal aid would help much more than an economical aid.

Anyway, media aid for digital content is a new possibility of financiation I’ll keep an eye on! Do you guys have any experiences with such programs? If so, please share them!

Last weekend Amsterdam attracted many sound artists and scholars from all over the world who wanted to attend the Sonic Acts Festival. This year’s theme was “The Cinematic Experience”. Although I was in fact only able to attend very little of the Sonic Acts conference, I will try to sum up what was most interesting for me…

audience at sonic acts conference, image taken from www.sonicacts.com (and i am in there too, who can find me?)

The session I attended was entitled ‘Interactivity and Immersion’ with presentations by Jeffrey Shaw and Marnix de Nijs. weiter…

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video vortex at club 11 (by anne helmond)

all the fantastic photos in this entry were taken by Anne Helmond - thanks a lot!
You can also visit the Institute of Network Cultures flickr set of all Video vortex events.

On a rainy morning in Amsterdam (that demanded lots of coffee!), the Video Vortex - Responses to YouTube Conference was kicked off at Club 11. I will be blogging on the conference for movingweb, but I was also there because I have been involved with the project through my work at the Netherlands Media Art Institute where we made an exhibition with the same title and related topics. Well, the program of the conference is quite extensive, and I was very disappointed by some of the presentations today (that seemed unprepared, unfocused, had nothing new to say…a total contrast with the first Video Vortex conference in Brussels!). So I will focus on the gems of today’s presentations!

weiter…

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Jonathan Harris tells the story of a traditional whale hunt by a family of Inupiat Eskimos in Barrow, Alaska in new ways. He documented the entire experience with a very slow stop-motion-film: a linear sequence of 3,214 images, taken at 5-minute intervals, even while sleeping (using a chronometer), establishing a constant “photographic heartbeat”. But in moments of high adrenaline, this framerate/heartbeat would quicken (to a maximum rate of 8 frames per minutes while the first whale was being cut up), mimicking the changing pace of his own heartbeat.

All imagery is presented in a very rich visual interface: Each photo comes with various meta-data like date, time, cadence (level of excitement), context (where it was taken), concepts (which ideas are represented) & cast (who is pictured). All the pictures can be displayed as a mosaic (all photos simultaneously), a timeline (a medical heartbeat graph whose magnitude at each point corresponds to the photographic frequency) or as a pinwheel (circular timeline).

thewhalehunt.org

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