Archive for November, 2009

“It’s not where you take things from - it’s where you take them to.” - Jean-Luc Godard

Watch this music video from Charlotte Gainsborugh and Beck, it’s directed by Keith Schofield. When I first saw it I was blown away! The video consist of a series of images, every single one telling a unique surreal story. The images are not connected in any way, I was trying to make sense of it, but you really cannot find a connecting concept…because their is none.

When I tried to find out more about the video I got to know that the director works in a similar way I do: He has a folder on his computer where he collects inspirational images from image databases like FFFOUND and other resources. He uses this folder as inspiration and reference when he writes a musicvideo treatment (as I exactly do it myself). So one day he came up with the concept of doing a metavideo about all these amazing pictures in his folder.

“the best music video in the world would be one where it was just a series of incredible, surreal scenes. Each scene would be vastly different, and we would never repeat the same scene.”

schofield_rips

In my eyes the video is a meta-commentary on the net as an archive of cultural memory. In the tradition of found footage lots of cultural artifacts pass your way on the net, their origins either unknown or deeply hidden in remixs and remakes. The reapropiration of those visual entities into new contexts is what makes the net a place of a lively discourse, the users now being as literate with image and video as only text was used back in the days.

Interestingly, the director Keith Schofield is insulted to steal ideas from the pictures he used as reference points for his work. You can read the discussion at Antville, it’s very intersting to see such contrary positions on the question of artistic originality. I think is both ridiculous to claim that there’s no artistic originality in Schofields works as it is to claim the existence of artisitc originality at all. Schofield’s video clearly is a piece of concept art, (which is moreover executed stunningly beautiful in terms of props, lighting etc.), the concept itself being the new idea, not the single picture in it. Furthermore you should watch Schofield closely, he publishes all the treatments of his music videos on his website, what proofes that he has nothing to hide, what definately is not common in this industry where good ideas are a hard currency.

schofield2

But the interesting question here is the one for artistic originality in general. Can any artist today create an unique piece, never seen before? Can a filmmaker create a love scene, without quoting thousands of love scenes he has in his mind? When I develop ideas, images come from my memory, I can’t locate if I they come solely from my imagination or from a movie or a picture or a story or a dream or my FFFFound folder… Who can? The web is the total archive, supplying the artist with the visual history of human mankind - don’t you think this changes the perspective?

If you’d like to dive deeper into the affair between artist, idea & appropriation in the commerical world see this presentation:

One more personal question remains: Why do I feel so emotionally attracted to a fragmented series of images wihtout any connecting sense?

In relation to the exhibition with paintings by Sandro Botticelli in Frankfurt/Main a german television website presents an interactive guide through the secrets of Botticelli’s paintings.

botticelli

Ich kenne mich weder mit Malerei oder Botticelli besonders gut aus, noch habe ich vor, diese Austellung zu besuchen. Trotzdem sehe ich Anlass, auf diese Seite hinzuweisen, die prominent bei tagesschau.de verlinkt wurde.

Es gab im öffentlich-rechtlichen Fernsehen früher die wunderbare Sendung 1000 Meisterwerke, in der in 10 Minuten jeweils ein bedeutendes Gemälde vorgeführt und dessen Besonderheit erläutert wurde. Dabei sah man nur das eine Gemälde in seinen Details, dazu ein Off-Kommentar. Ich habe die Sendung leider nur ein-, zweimal gesehen, aber sie hinterließ einen bleibenden starken Eindruck. Die formale Reduziertheit, der nüchterne aber eindringliche Kommentar und das Gefühl, etwas “Außerordentliches” zu erfahren, sind vielleicht der Grund. So richtig gutes Fernsehen mit erfülltem Bildungsauftrag.

Das Projekt zur Botticelli-Ausstellung erinnert mich daran. Nur überzeugt mich die Umsetzung leider nicht.  Zu Beginn werden vier Männer vorgestellt, die aus unterschiedlicher Sicht (Museumsdirektor, Kurator, Restaurator, Kunsthistoriker) auf ausgewählte Arbeiten Botticellis blicken werden. Dazu treten die Herren in eine Art virtuelle Galerie. Jeder von ihnen sagt dann sowas wie “Wenn sie… erfahren wollen… dann klicken sie hier”. Und das sagt schon sehr viel über diese Seite. Sie wendet sich in ihrer Aufmachung und Anmutung definitiv an ein “älteres” Publikum, dem man meint, die Sache mit der Interaktion immer wieder erklären zu müssen. Mir als jungem Menschen stößt das unangenehm auf, bekomme ich doch damit gleich den Eindruck vermittelt, das sei nichts für mich. Dies wäre ja aber eigentlich noch nicht schlimm, aber im weiteren Verlauf wird das Gefühl von Staub und Muff und Provinzalität (Stichwort: Rentnerfernsehen) noch verstärkt. Die Sprache der Herren, ihre Erscheinung… die vier Herren fühlen sich offensichtlich in ihrer Rolle nicht wohl. Wie gute Ausstellungsführer schildern sie Anekdoten und Wissenswertes, aber sie wirken sehr unlocker dabei, was wohl an dem für sie ungewohnten Acting für die Kamera, die hier ein starres Korsett vorgibt, liegt. Auftritt, Abtritt, ganzer Körper, Hand betont “lässig” in der Anzughose… Das sieht so gezwiungen aus und lenkt mich nur von den Inhalten ab. Warum soll ich diese vier Herren sehen wollen? Und warum sind scheinbar nur Männer befugt, über “Das Rätsel Frau” bei Botticelli zu sprechen? Langweilig.

Das Themenspektrum ist zwar spannend. Die Idee, den Zuschauer selbst entscheiden zu lassen, welche Information ihn am ehesten anspricht (ich will hier nicht von interaktion sprechen) und diese Informationen mit Sprechkommentaren zu übermitteln und anzureichern, finde ich grundsätzlich gut. Aber mir scheint, dass die bewegten Bilder (der vier Herren) überflüssig sind und die Ideengeber über das Ziel hinausgeschossen haben. Bewegte Bilder um jeden Preis brauch ich nicht. Ich befürchte, dass der Trend “Hauptsache Video” ähnlich groteske Züge annimmt, wie seinerzeit die unsinnigen Flash-Intros vor jeder Webseite.

Auf der Seite des Städel-Museums finden sich zwei viel aussagekräftigere “echte Filme” über die Ausstellung (die man leider nicht embedden kann). Darin wird der Ausstellungsraum deutlich und die komplexen Zusammenhänge zwischen den Bildern, also auch die kuratorische Idee des Ganzen wird deutlicher. (Wer übrigens doch zu der Ausstellung gehen kann/will: auf der Seite kann man auch Audioguide-Dateien zu einigen Bildern als .mp3 herunterladen, auf den iPod ziehen, los gehts…)

Zum Schluss noch: Neuerdings müssen die Webseiten-Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ja zwingend “sendungsbezogen” sein. Die Sendung zu der Ausstellung hab ich bisher allerdings nicht gefunden… Auch verstehe ich nicht, wieso über diese Ausstellung nur die Ausstellungsmacher zu Wort kommen. Ein “unabhängiger” öffentlicher Sender sollte doch in der Lage sein, auch analytisch und vielleicht sogar kritisch über die Ausstellung zu reden. So sieht es nach städtischer Klüngelei aus, die einzig dazu dient, die Eventmaschine Kunstausstellung für alle gewinnbringend anzukurbeln. Mit einer fetten crossmedialen Berichterstattung, yeah. Schade.

Oder seh nur ich das so?